Eine Kuh macht Muh – Viele Kühe machen Mühe

Mitten in der Hofgemeinschaft Heggelbach halten wir 50 Kühe, einen Stier und deren Nachkommen. Die Tiere unserer Braunviehherde sind wunderschön  und geben für die Käserei die beste Milch. Außerdem helfen uns die Kühe mit ihrem Mist die Bodenfruchtbarkeit zu sichern und ein gesundes Wachstum der Pflanzen zu ermöglichen. Kühe machen also noch viel mehr als Mühe. Sie sind der Grundstein einer fruchtbaren Erde.

Sommer

Unsere Kühe sind von April bis November jeden Tag auf der Weide, wo sie sich ihr Futter selber suchen dürfen. Abends, wenn sie wieder in den Stall kommen, verwöhnen wir sie mit Kleegras, welches eine gute Vorfrucht im Ackerbau ist. Wenn es draußen zu heiß wird, dürfen unsere Kühe in der kühleren Nacht auf der Weide grasen und können tagsüber im kühlen Stall sein.

Winter

Im Winter bekommen die Kühe ausschließlich Heu und keine Silage. Nur so ist es möglich, den guten Heggelbacher Alpkäse herzustellen. In dieser Zeit gehen sie nicht auf die Weide. Dafür sind sie in ihrem Laufstall gut aufgehoben. Dort haben Sie einen trockenen Schlafplatz und alles was ein Kuhherz begehrt: eine Bürste zur Fellpflege, mehrere Tränkebecken, Salzsteine zum Lecken und eine wunderbare Aussicht ins Hegau.

Kraftfutterfreie Fütterung

Unsere Kühe werden ausschließlich mit Grundfutter, d.h. mit Gras, Klee und Heu gefüttert. Sie bekommen kein Getreide oder Eiweißschrote. Wir wollen hier Tiere züchten, die Experten in Sachen Verdauung sind. Kühe, als Wiederkäuer mit ihren Vormägen, sind auf die Verdauung von Gras und Grünlandpflanzen spezialisiert. Genau diese Eigenschaft wollen wir fördern und nicht die Verdauung von Getreide, welches ebenso gut direkt für die menschliche Ernährung genommen werden kann. Diese Fütterung wurde 3 Jahre lang von dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FIBL) in der Schweiz mit dem Projekt “Feed no Food” (FNF) begleitet.

Melkzeit

Morgens ab 6 und abends ab 16 Uhr werden die Kühe gemolken. Nach und nach kommen die Kühe zu uns zum Melken in den Melkstand. Anschließend können sie wieder in den Freßbereich gehen. Die Milch wird in einem großen Tank gesammelt und gekühlt, so dass für unsere Käserei eine ausreichend große Menge Milch zur Käseherstellung da ist.

Kälber

Nach dem Melken versorgen wir die Kälber mit der Milch von ihren Müttern. Ein Kalb trinkt am Tag 6 bis 8 Liter Muttermilch. Noch besser ist natürlich die Milch direkt aus dem Euter der Mutter. Deshalb dürfen die Kälber bei uns ungefähr eine Woche bei ihren Müttern sein und sich dort verwöhnen lassen. Wenn wir genug Platz haben, dürfen sie auch länger bei der Mutter bleiben. Wir freuen uns, dass wir nun ausreichend Platz haben, um mehrere Kälber gleichzeitig bei den Ammenkühen trinken zu lassen. Von den Ammen können sie dann auch gleich lernen, dass Heu zum Fressen da ist.

Nachzucht

Nach mindestens drei Monaten Milchfütterung, kommen die Kälber zu ihren größeren Halbgeschwistern. Dort können sie sich an das Futter gewöhnen, welches in und um Heggelbach wächst. Jedes Jahr heben wir 6 bis 10 Kuhkälber von besonders freundlichen und leistungsbereiten Tieren auf. Diese Tiere werden später unsere neuen Kühe, um bei Bedarf eine ältere Kuh zu ersetzen. Auch ein bis zwei Stierkälber bleiben pro Jahr bei uns mit dem Ziel, an den Hof angepasste Tiere zu züchten. Wir freuen uns sehr, dass wir die Kälber, welche wir nicht für die Nachzucht benötigen, an die Metzgerei Bio Böhm verkaufen können. Das schöne ist dabei, dass die Tiere hier in der vertrauten Umgebung aufwachsen können und dann im 15 km entfernten Überlingen geschlachtet werden können.

Alter

Wir legen Wert auf Kühe, die ein langes Leben führen können und gleichzeitig ausreichend Milch geben. So sind die ältesten Kühe 15 Jahre alt. Eine davon hat in ihrem Leben schon 63.000 Liter Milch gegeben mal sehen, wie viel es noch werden. Nach ihrem Leben als Milchkuh machen wir u.a. noch gute Salami und Rinderschinken aus unseren lieben Kühen. Das ist gut so, denn so machen die Kühe uns noch eine letzte Freude.

Ein Sprichwort sagt ja auch: „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht!“ Und ich finde, es ist wirklich schön zu wissen, wen man isst.


Bei Fragen zum Stall und unseren Kühen könnt Ihr euch gerne an Thorsten Krug wenden.